Schadstoffbelastungen …

Gesundheitsbeeinträchtigungen durch die Multiplikationswirkungen von Schadstoffen, unterschiedlichen Ursprungs

[© 2012 – all rights reserved – Aida Infante]

Stets und seit Jahren lese und höre ich von der einschränkenden Sensibilität von hypersensiblen und allergischen Menschen, die wie ich, in Folge einer Schadstoffschädigung die Toleranz auf exogen (teilweise auch endogen) wirkendeToxine verloren haben.

Immer wieder und das leider auch seitens der Verantwortlichen gewollt und gewusst heißt es, die Menschen, die auf Schadstoffe hypersensibel reagieren sei eine Gruppe (in Millionengröße, überwiegend aus industrienahen Regionen) von selbsternannten, nicht die Masse darstellenden, psychisch beeinträchtigten und zur Hysterie neigenden Menschen.

Früher fühlte ich mich provoziert, heute fasziniert es mich eher, wenn ich immer wieder in Gutachten, Stellungnahmen, Presseerklärungen und Studienarbeiten von befangenen „Experten“ die verschiedensten Floskeln und Ablenkungsrhetorikbausteine lese. Geschädigte werden zu Schuldigen und Hypersensiblen ernannt, Schadstoffe werden weggeschwiegen, körperliche Schäden werden in psychiatrische Bilder umdefiniert, befangene Gutachter werden zum Maß aller Wahrheit und Verursacher zu Sponsoren der Maschinerie.

Fragen Sie sich, was einen „sensiblen“ Menschen ausmacht und wann ein Schadstoff wahrhaftig schädlich ist? Kommen wir hier zu tatsächlichen Antworten:

Professor H. Müller-Mohnssen (Lebensretter von vielen Vergifteten und schadstoffgeschädigtem, fliegendem Personal; ehemals Leiter des staatlichen Forschungsinstituts in München und Experte der Toxikologie) erklärte es mir so: „Als der liebe Gott den Menschen schuf, gab er ihm einen Entgiftungsstoffwechsel. Dieser war gedacht für die Entgiftung der endogen beeinflussenden Toxine (körpereigene, durch Verstoffwechslung entstehenden Abbaustoffe/Toxine). Mit der Entgiftung dieser natürlich entstehenden Toxine (Resultat aus der Verdauung und
Abwehr von Bakterien und Keimen) sollte der enzymatische Entgiftungsstoffwechsel gänzlich ausgelastet sein. Die von Menschenhand produzierten Schadstoffe, die durch das Industriezeitalter hinzukamen, waren in diesem großen Plan sicherlich nicht eingeplant und somit ist es völlig natürlich, dass wir Menschen auf produzierte Umweltschadstoffe reagieren.“

Eine Genetikexpertin bemerkte zu der rapiden Zunahme von Umwelterkrankten Folgendes: „Seit eh und je hat sich der Mensch seinen Umweltbedingungen angepasst. Wir stellen jedoch fest, dass die Kapazität der Anpassung bei künstlich-chemischen Schadstoffen versagt. Der Mensch ist nicht in der Lage sich genetisch an die unnatürlichen, chemischen und physikalischen Einflussfaktoren anzupassen. Schon heute haben rund 50% der Menschen in Industrienationen keine ausreichende Entgiftungskapazität (Enzymdefekte, die aufgrund von defekten Genen zum unzureichenden Enzymstoffwechsel führen und in Folge vermehrten oxidativen Stress und Krankheiten auslösen) mehr. Das stellt die Forschung, insbesondere uns Genetiker vor eine große Herausforderung.“

Was ist also ein „sensibler“ Mensch?

Ein Mensch, der mit der Überflutung der multiplen Schadstoffe nicht klar kommt und in Folge darauf frühzeitig sensibel reagiert, ist ein Mensch, der noch sehr ursprungsbelassen ist und natürlicherweise, unnatürliche Einflussfaktoren abwehrt. Solche Menschen fallen häufig mit gut funktionierenden Instinkten (Schutzhaltung, Fluchtverhalten und Vermeidung) und Feinfühligkeit (soziale Kompetenz und hohem EQ) auf. Da es eine gewisse, individuell sehr unterschiedliche Zeit braucht, bis der menschliche Organismus in Abwehrhaltung gerät, ist die Frage der Umweltauswirkungen auf den Einzelnen keine Frage des „entweder Sensibler oder Resistenter“, sondern des „wann ist der jeweils Einzelne ein Weiterer in der Gruppe der Umweltgeschädigten“ (Krebs, Allergiker & Co.).

Es steht nirgendswo geschrieben, dass wir Menschen Chlor, Pestizide, Benzole, Strontium, Barium, Berrylium, Arsen, Titan, Blei, Psychopharmaka, künstliche Duftstoffe, E-Stoffe oder gar radioaktive und elektromagnetische Stoffe ungehindert aufnehmen bzw. konsumieren sollen/können oder dass diese artfremd produzierten Stoffe unschädlich sind. Liest man die Menschenrechte, dann liest man jedoch, dass jeder Mensch das Recht auf Unversehrtheit und eine gesunde Umwelt hat.

Nachlesbar sind jedoch die Ursachen von Vergiftungen und die daraus resultierenden Genschäden, Allergien, Krebserkrankungen, somatopsychischen Auffälligkeiten, Enzymdefekte, Multisystemerkrankungen, Morbus Alzheimer – Patienten, Parkinsonfällen, Fibromyalgiekrankheiten, MCS- und CFS-Morbiditäten, ADHS- und ADS-Betroffenen und Stoffwechselstörungen. Diese Fakten werden nur unzureichend im Sinne der Betroffenen erforscht. Die „forschenden Konzerne“ forschen und wissen sehr wohl über die toxikologischen Zusammenhänge und Gefahren, aber diese Ergebnisse bleiben in der Regel, nach der Nutzung für die hauseigene Pharmaproduktion, hinter verschlossenen Türen.

  • Gibt es keine Kausalzusammenhänge, nur weil die damit in Verbindung stehenden Erkenntnisse unter Verschluss gehalten werden?
  • Gibt es etwa keine Beweise für toxische Ursprungsfaktoren, wenn die Beweispflicht auf der Seite der nichtliquiden Betroffenen ist?
  • Warum wohl streben bis heute die Regierungen der Industrienationen noch immer keine Beweislastumkehr an?
  • Was würde wohl passieren, wenn die Mehrheit der Menschen wüsste, dass sie einer Informations – Abholschuld unterliegen und dass sie nicht darauf warten sollten, über mögliche Gesundheitsbeeinträchtigungen informiert zu werden?

Fragen, die so aktuell sind, wie vor Jahrzehnten als die ersten Schadstoffgeschädigten nach Exposition mit toxisch, kanzerogen, genotoxisch, zytotoxisch und neurotoxisch wirkenden Schadstoffen konfrontiert wurden.

Wer weiß nicht, dass die Schädlichkeit von menschengemachten Schadstoffen zunächst immer abgestritten wird? So wie es bei Asbest und Contergan war, so ist es heute mit Amalgam, Pestiziden, genmanipuliertem Saatgut, Nanomaterialien, Chlor und physikalischen Schadstoffen wie W-LAN, TETRA, LTE, Mobilfunk und DECT – Technologie. Ohne Kausalkettenbeweis gibt es keinen Schaden und ohne Nachweis der geistigen Gesundheit erhalten Geschädigte keinen Schadensersatz. Der Plan geht seit Jahrzehnten auf und durch das breite Korruptions – Siebgeflecht fallen nur Wenige – wenn sie die jahrelangen Gerichtsprozesse überleben.

Beispiel Trinkwasser (Aus Kläranlagen, sowie Quell- und Grundwasser)

Die Vielfalt chemischer, pharmazeutischer, physikalischer und biogener Einträge ins Trinkwasser ist im heutigen Industriezeitalter weitreichend. Die Gefahren, über die Versorgung mit dem „Lebensmitte Nr. l“ (Wasser) durch mutagen, teratogen oder kanzerogen wirkender Stoffe wird m.E. nach völlig unzureichend erforscht, eingeschätzt und dokumentiert (Schadstoffe, die eine oder mehrere Wirkungen auf die DNA hervorrufen können, bezeichnet man als genotoxisch. Sie wirken mutagen).

Epidemiologische Studien weisen gehäuft darauf hin, dass die Möglichkeit von Krebserkrankungen aufgrund von kontaminiertem Trinkwasser mit chlorierten und anderen Industriechemikalien besteht (Griffith and Riggan, 1989). Wie lobenswert wäre es demnach, wenn Menschen seitens ihres Wasserversorgers, vor Chlorierung und chemischer Desinfizierung des Trinkwassers, benachrichtigt würden und sich dementsprechend durch alternative Wasserversorgung oder Wasserfilterungsmaßnahmen in Eigenregie schützen könnten? Leider ist dem weit gefehlt. Wiederkehrend werden Verkeimungen oder grenzwertüberschreitende, toxische Werte im Trinkwasser und in Gewässern gemessen. Verantwortliche bewahren oftmals eher Stillschweigen, als verantwortungsbewusst zu handeln und einer Fürsorgepflicht nachzukommen.

Zeuge und Geschädigte durch solche Vorgehensweisen wurde ich selbst. Wenn ich nicht so „sensibel“ und allergisch wäre (chemische, physikalische und biogene Stoffe), hätte ich es wohl, wie die meisten ebenso betroffenen Menschen, nicht gemerkt und wäre der gesundheitsgefährdenden Situation noch länger schutzlos ausgeliefert gewesen. Das erste Mal wohnte ich noch in einem Vorort von Aschaffenburg (Bayern). Als ich mir eine Tasse Tee mit meinem damals noch ungefilterten Leitungswasser machte, wurde mir unmittelbar danach sehr schlecht. Es blieb ein chemischer Geschmack im Mund und Übelkeit. Noch hielt ich es für einen Zufall, aber nachdem ich die chlorgashaltige Luft unter der Dusche eingeatmet hatte, konnte ich mich kaum noch auf den Füßen halten. Nachdem „trial & error“ – Prinzip kochte ich mir abermals, Stunden später, eine weitere Tasse Tee. Die allergischen Reaktionen waren so extrem, dass ich unmittelbar meine Nachbarn benachrichtigte und sie um ihre Hilfe und ihren Eindruck bat. Außer meinem Nachbarn und mir (der auch „sensibel“ ist), war kein Anderer in der Lage gewesen, die Schadstoffbelastung des Wassers zu identifizieren / verifizieren. Nach Anfrage bei den Wasserwerken teilte man uns jedoch mit, dass eine Chlorung stattgefunden habe und weitere Chlorungen für die nächsten Wochen geplant seien. Die folgenden Wochen lieferte man uns (ungern) alle 2 Tage einen PE-Container mit chemisch unbelastetem Trinkwasser. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Ursache der Wasserkontamination eine löchrige Abwasserleitung war, die E-Coli und andere Bakterien ins Trinkwasser abgegeben hatte. Die Menschen in dieser Region blieben aufgrund ihrer fehlenden „Sensibilität“ uninformiert und durften ungeschützt kontaminiertes Wasser trinken.

Vor wenigen Wochen passierte hier, an meinem neuen Wohnort, Ähnliches. Obwohl ich heutzutage die Qualität meines Lebensmittels „Wasser“ nicht mehr nur fremden Köpfen oder gar dem Zufall überlasse und das Leitungswasser mit einer leistungsfähigen, professionellen und allergikergerechten Wasserfilteranlage filtere und vitalisiere, bemerkte ich vor wenigen Wochen eine auffällige Geschmacksverschlechterung (mit chemischem Beigeschmack), eine biofilmartige Konsistenz und chlorartige Ausgasungen aus den Wasserleitungen. Ein Fachmann des Wasserlieferanten bestätigte eine Trinkwasserverkeimung noch unbekannten Ursprungs. Auch hier wurde ohne Vorwarnung gechlort (unerwähnt blieben die Weichmacher und Schwermetalle aus den Wasserleitungen, die Pestizide, Schwermetalle und die Medikamente, die über das Grundwasser und unzureichende Klärmethoden auch ins „Trink“ – Wasser gelangen).

Sogar wenn man Meeresfrüchte oder andere leckere Fische verspeisen möchte, begibt man sich in Gesundheitsgefahr. Fische aus belasteten Regionen (Skerfving et al., 1970) können kontaminiert sein und uns den Genuss gründlich vermiesen. Denken wir unvermeidlich an die Fukushima – Atomkatastrophe und die Einträge ins Meerwasser über unzureichend gesicherte Ozeanbohrinseln oder/und Ölfrachtern (in den letzten wenigen Jahren). Nach großem Aufschrei und Schock, denkt heute kaum noch jemand and die wirklichen Folgen für Flora, Fauna und Mensch. Wer fragt heute noch danach, wie sich nach diesen umwelt- und lebenszerstörenden Desastern die Qualität unserer Lebensmittel entwickelt hat? Gerade das Lebensmittel Nr. 1, das Wasser, wird mittel- und langfristig, ohne präventive Maßnahmen seitens der Regierungen und Konsumenten, immer mehr an trinkfähiger Qualität einbüßen.

Genotoxische Substanzen stellen nicht nur eine Gefahr für den Menschen, sondern auch für die gesamten aquatischen und irdischen Lebensgemeinschaften dar.

Wirkung & Genotoxizität: 

An Meeresbewohnern wie Muscheln und Fischen konnten in unterschiedlichen Studien Krebserkrankungen nachgewiesen werden (Bolognesi, 1990; Smith, 1990; Stahl, 1991). Man untersuchte Gewässer auf mögliche, genotoxische Potentiale (Helma et al., 1994, Helma and Knasmüller, 1997a, 1997b). Aus den Ergebnissen epidemiologischer Untersuchungen heraus, kann die Kanzerogenität (Krebserregung) von schädlich wirkenden Substanzen als erwiesen angesehen werden.

Die Wechselwirkungen einzelner Schadstoffe (physikalische, chemische, biogene) untereinander werden aber leider auch heute noch (2012) völlig unzureichend untersucht. Stoffe, die einzeln weniger gefährlich sind, können durchaus gemeinsam mit anderen Agenzien geno- und zytotoxische Wirkungen (Synergismen) aufweisen (Siehe auch Arbeiten von Frau Prof. Dr. Witte – Universität Oldenburg).

Zur Kontrolle der Wasserqualität werden in der Regel chemisch-analytische Methoden angewendet. Die erfassen entweder die Summe aller Toxine oder die Konzentration von einzelnen Schadstoffen. Im Trinkwasser werden jedoch nur ca. 10 % der organischen Inhaltsstoffe chemisch charakterisiert (Waters, 1989). Nur ein Bruchteil wird auf Mutagenität (Genschädigung = Mutation) untersucht. Nur in Einzelfällen wurde das mutagene Potential von Wasserproben chemisch charakterisiert (Meier, 1988). Mit Summenparametern, mit denen viele unterschiedliche Substanzen erfasst werden, können kaum toxikologisch relevante Informationen abgeleitet werden. Sinnvoller ist es, mit Hilfe geeigneter biologischer Testsysteme die Schadwirkungen auf Lebewesen zu überprüfen. Die Gesamtwirkung einer Wasserprobe kann sich aus der Einzelwirkung von Einzelsubstanzen, ihren Metaboliten und den zu ihnen synergistisch, beziehungsweise antagonistisch, wirkenden Effekten zusammensetzen (Meier, 1988).

Mutagene Substanzen kommen nachweisbar in der Umwelt vor. Der Nachweiserfolg hängt jedoch stark von der Empfindlichkeit der Testverfahren ab (Nestmann et al., 1979; Stahl, 1991).

Hayatsu entwickelte die Blue-Cotton/Blue-Chitin-Methode. Sie stellt eine Möglichkeit dar, Mutagene über einen Konzentrierungsprozeß zu isolieren und nachzuweisen (Hayatsu, 1983b). Zu den mutagen und karzinogen wirkenden Schadstoffen, gehören unter Anderen die polyzyklischen aromatischen und heterozyklischen Kohlenwasserstoffe. Sie besitzen drei oder mehr Ringsysteme. Die Blue-Cotton/Blue-Chitin-Technik kann direkt am jeweiligen Ort der Probenentnahme eingesetzt werden. Die Wasserproben müssen daher nicht lange transportiert und gelagert werden. Eckl (1995) wies nach, dass das genotoxische Potential mit zunehmender Lagerdauer abnimmt. Der Farbstoff in Blue-Cotton wird leider bei Anwesenheit von Chlor und Chlorverbindungen inaktiviert. Daher ist diese Testmethode für die Untersuchung von chloriertem Leitungswasser nicht geeignet. Die Methode eignet sich hingegen sehr gut für Untersuchungen von fließenden Gewässern wie Flüssen und Bächen.

Untersuchung verschiedener Wässer

In verschiedenen Wässern, die im städtischen Bereich anfallen, wurde auf das Vorkommen mutagener Substanzen untersucht. Die Wasserproben stammten aus Regen, Schnee, Bächen, Flüssen, Teichen, Straßen-, Autobahn- und Dachabflüssen, Leitungswasser und Abwässern aus Kläranlagen. Die Proben erwiesen sich fast ausnahmslos als mutagen. Die Autobahnextrakte zeigten die höchste Mutagenitätsrate. Dies konnte auf den hohen Schadstoffausstoß der Automobile zurück geführt werden (Ishimara et al., 1990). Je befahrener die Straße war, desto höher war die mutagene Wirkung der Extrakte auf die Zellen anzusehen. Faktoren, wie Abrieb von Bremsen und Reifen tragen in hohem Maße zur Schadstoffexposition bei. Bei Regen werden Schadstoffe von der Straße in den Boden geschwemmt und folglich in die Kanalisation eingetragen. Durch Versickerung gelangen die verunreinigenden Stoffe auch ins Grundwasser. Hinsichtlich deren Auswirkung auf die Trinkwasserqualität und der damit verbundenen, potentiellen Gefahren für Umwelt & Tier & Mensch schlägt Ishimaru et al. (1990) vor, die genotoxische Gefährdung, aufgrund des erhöhten Schadstoffausstoßes der Automobile, bereits bei der Planung von Autobahntrassen zu berücksichtigen. Oberflächenwässer sollten an einer Versickerung gehindert werden und über Drainagesysteme aufgefangen und aufbereitet werden.

Das Wasser aus Zu- und Abläufen von Kläranlagen zeigt ebenfalls eine mutagene Wirkung auf. Bei geringeren Niederschlagsmengen ist eine stärkere Konzentration der mutagenen Substanzen nachweisbar. Als Ursache für die hohe mutagene Wirkung der Extrakte aus Kläranlagen gelten zum einen die Abwässer aus industriellen Anlagen, die ungeklärt in das kommunale Abwasser eingeleitet werden und zum anderen die Schadstoffe aus häuslichen Abwässern (Gimmler–Luz et al, 1992).

Bei Mischwasserkanalsystemen wird zusätzlich das Oberflächenwasser durch stark belastete Abflüsse belastet. Ein hohes Gefährdungspotential stellen ebenfalls Pharmaka im Abwasser dar. Jährlich kommen Tausende von Tonnen hydrophiler Substanzen der Pharmaindustrie zum Einsatz. Die Substanzen gelangen unverändert und unmetabolisiert ins Abwasser. Die unsachgemäße Entsorgung von Medikamenten stellt daher einen zusätzlichen Eintragsweg in die Umwelt dar.

Atmosphärische Luftverschmutzung ist infolge der Verbrennungsprozesse in Kaminen und Heizungen, im Winter am größten (Harvey, 1991), so die Experten.

In Untersuchungen wurden Pharmaka wie Lipidsenker, Antirheumatika und Analgetika in verschiedenen Wässern nachgewiesen Stumpf et al. (1996). Es wurde aufgezeigt, dass fast alle untersuchten Verbindungen in Abwasserteilströmen und Kläranlagen auftraten. Aufgrund unvollständiger Elimination seitens der Kläranlagen, ließen sich Pharmaka, in schädlichen Konzentrationsmengen, auch in Fließgewässern nachweisen. Die Abbauprodukte der Pharmaka und deren Einzelstoffe können damit als verbreitete Umweltchemikalien angesehen werden. Rückstände von Cytostatika bewirken eine hohe mutagene Gefährdung für die Umwelt & Gesundheit des Menschen.

Fließgewässer, vor allem Flüsse, sind relativ häufig auf Genotoxizität untersucht worden (van Kreijl et al., 1980; Sayato et al., 1990; Hashizume et al., 1992; Gimmler-Luz et al., 1992; Ohe et al., 1993; Eckl et al., 1993; Kusamran, et al., 1994; Rehana et al., 1996; Sakamoto et al., 1996).

Aufgrund von Verunreinigungen im Wasser aus industriellen und häuslichen Abwässern, wiesen Experten gehäuft Mutagenität nach (Kusamran et al., 1994, Sakamoto et al., 1996). Van Kreijl et al. (1980) wiesen in Rheinwasser organische Verbindungen nach, die in bestimmten Mengen auch im Trinkwasser auffällig waren.

Landwirtschafteinträge (besonders durch Verwendung von Pestiziden) tragen ebenso zu einer genotoxischen Belastung von Flusswasser bei (Athanasiou and Kyrtopoulos, 1983; Meier, 1988). Rehana et al. (1996) untersuchten Flusswasser aus dem Ganges in Indien, der für die Trinkwassergewinnung herangezogen wird. Sie objektivierten Pestizide wie DDT und Dieldrin in teilweise hohen Konzentrationen.

Die an die Luft abgegebenen PAK (Polyaromatische Kohlenwasserstoffe) können in Niederschlägen, wie Regen und Schnee nachgewiesen werden (van Noort and Wondergen, 1985, Ishimaru, 1990). Die Schadstoffkonzentration ist dabei vom Grad der Luftverschmutzung abhängig. In stark industriell geprägten Gebieten werden größere Mengen Schadstoffe emittiert als in ländlichen Gebieten. Die PAK sind an Partikel gebunden (Harvey, 1991) und werden als solche transportiert. Solche schadstoffreichen Niederschläge (Regen- und Schneeproben) wirken auf CHO-Zellen mutagen. Wobei die Blue-Chitin-Extrakte aus Schnee eine höhere Mutagenität, als die aus Regen gewonnenen Extrakte zeigen (Harvey, 1991). PAK können auf Dächern deponiert und bei Regenereignissen abgespült werden. Nach Regenfällen versickern diese Schadstoffe ebenfalls ins Grundwasser.

Wie gesund ist das übliche Leitungswasser?

Die menschliche Gesundheit ist besonders durch Verunreinigungen des Trinkwassers gefährdet (Nestmann et al., 1979). Meier (1988) zeigte, dass das Trinkwasser ebenso organische, wie genotoxisch wirkende Verbindungen enthalten kann (möglicherweise auch aus Desinfektionsprozessen während der Trinkwasseraufbereitung). Während der Chlorierungsprozesse können sowohl organische Verunreinigungen als auch natürliche Bestandteile des Wassers, wie Aminosäuren und Huminsäuren, chloriert werden und infolgedessen genotoxisch wirken (Sato et al., 1987). Verschiedenen Untersuchungen zeigten, dass das Trinkwasser nach einer Chlor- oder Ozonbehandlung mutagen wirken kann (Glatz et al., 1978; Gruener, 1978; Athanasiou and Kyrtopoulos, 1983, Douglas et al., 1986). In epidemiologischen Studien konnte eine Krebsinzidenzerhöhung aufgrund von organischer Verunreinigungen im Trinkwasser festgestellt werden (Page et al., 1976; Kuzma et al., 1977). Insbesondere stellte man die Verunreinigungen in zu Trinkwasser aufbereitetem Oberflächenwasser fest (Van Kreijl et al., 1980; Athanasiou and Kyrtopoulos, 1983; Gummler-Luz et al., 1992). Meier (1988) teilte die Substanzen, die für die Genotoxizität im Trinkwasser verantwortlich sind, in drei Gruppen ein:

  1. Gruppe: Kontamination mit organischen Verbindungen, die nicht vollständig durch chemische / physikalische oder biologische Behandlungsverfahren beseitigt werden können (industrielle Abfälle aus Produktionsprozessen/Kläranlagen und landwirtschaftliche Einträge, wie Pestizide führen zur Kontamination – Athanasiou and Kyrtopoulos, 1983; Gimmler-Luz et al., 1992; Rehana et al., 1996).
  2. Gruppe: Chemikalien, die zwecks Aufbereitung zugesetzt werden oder dabei entstehen (Halomethane, Haloacetonitrile, Haloketone und Chlorphenole, deren mutagene und karzinogene Wirkung nachgewiesen wurde (Bull, 1985))
  3. Gruppe: Verbindungen, die während des Trinkwassertransportes in Leitungen entstehen (Schwartz et al., 1979 – Substanzen, mit denen die Rohrleitungen behandelt oder gestrichen wurden; Chlorrückstände, die mit organischen Substanzen reagieren). Durch mikrobiellen Befall können zuvor inaktive Chemikalien zu mutagenen Schadstoffen umgewandelt werden.

Lucas et al. (1985) geben an, dass in Wässern bis zu 1100 organische Verbindungen analytisch nachweisbar waren.

PAK, die in der heutigen Umwelt weit verbreitet sind, wirken aufgrund ihrer Fähigkeit DNA zu verändern mutagen und karzinogen. Sie werden im Stoffwechsel von Enzymen des Cytochrom-P450-Systems in chemisch reaktive, elektrophile Zwischenprodukte, wie Epoxide umgewandelt (Lutz, 1984; Hemminiki, 1983; Vos, 1995; Glatt and Oesch, 1986). Die Zelle besitzt ein enzymatisches Schutzsystem gegen Epoxide, zu denen die Epoxidhydrolasen gehören (Glatt and Oesch 1986). Der Großteil der Aktivitäten kann auf zwei Enzyme zurückgeführt werden. Obwohl sich beide Enzyme in ihrer Substratspezifität unterscheiden, gibt es Epoxide, die von keinem dieser Enzyme detoxifiziert (entgiftet) werden können. Die Produkte können in Mutagene umgesetzt werden.

Wasserhaushaltsgesetz

Im Wasserhaushaltsgesetz (WHG – Hofmann, 1999) werden seitens des Gesetzgebers, durch eine Rechtsverordnung, die Mindestanforderungen an das Einleiten von Abwasser geregelt. Unterschieden wird zwischen kommunalem Abwasser, industriellem Abwasser und Mischabwasser. Rechtsverbindliche Grenzwerte und die Analyse- und Messverfahren, nach denen einzelne Parameter bestimmt werden sollen, werden aufgelistet und sind festgelegt. Die Verfahren müssen durch DIN oder vergleichbare Institutionen normiert sein. Genotoxizitätstests sind in den Anlagen der Abwasserverordnung nicht inbegriffen und somit gibt es auch keine gültigen Grenzwerte, die die Genotoxizität festlegen und vermeiden ließen. Die in den vergangenen Jahren entwickelten Genotoxizitätstests, die sich für die Gewässeruntersuchung eignen, wurden bisher nicht normiert. Einzig der „umu-Test“, ein bakterieller Mutagenitätstest, wurde seit 1996 in die DIN-Norm eingebracht (Hoffmann, 1999). Es ist wohl keine Frage, dass der Parameter der Genotoxizität in die Abwasserverordnung hinein gehört und ein gesetzlich verankerter Grenzwert überfällig ist.

Schwermetalle im Wasser und deren Wirkung

Das genotoxische Potential von Metallen ist von der Bioverfügbarkeit der jeweiligen Spezies und der Oxidationsstufen abhängig. Einige Metalle dringen schnell in intakte Zellen ein und andere werden eher langsam aufgenommen (Hartwig, 1995, 1998; Kasprzak, 1995; Kasprzak, 1995). Die mitochondriale DNA stellt ein Angriffsziel von Metallverbindungen dar. Einige Metalle führen zu einer Inaktivierung von Proteinen, die für Replikation, Transkription, Reparaturprozessen und die zelluläre Abwehr zuständig sind. Proteine gehören zu den wichtigsten biologischen Makromolekülen. Enzyme katalysieren chemische Reaktionen, die unter physiologischen Bedingungen sonst nicht ablaufen würden. Proteinhormone, wie Cytokine, vermitteln einen Informationsaustausch zwischen den Zellen des Immunsystems. Proteine dienen auch als Transport- und Speichersysteme. Auch die Genexpression wird über DNA-bindende Proteine kontrolliert. Epidemiologische Studien identifizierten Metalle als Karzinogene beim Menschen. Die Wirkmechanismen können jedoch sehr unterschiedlich sein. Einige Metallverbindungen interagieren direkt mit der DNA und können zu Mutationen führen, andere wirken synergistisch im Zusammenhang mit anderen DNA-schädigenden Stoffen (UV-Strahlung, alkylierende Verbindungen, Benzo[a]pyren (Snow, 1992).

Quecksilberverbindungen und Toxizität

Die Industrie, die Landwirtschaft und der Verbrauch fossiler Brennstoffe gelten als die Hauptquellen für Quecksilbereinträge in die Umwelt. Der Eintrag kann als metallisches Quecksilber, oder als organische/ anorganische Quecksilberverbindungen erfolgen. Die hohe Toxizität von Methylquecksilber ist mehr als bekannt und beruht auf der guten Lipidlöslichkeit. Methylquecksilber ist in der Lage die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und sich im Gehirn anreichern. Diese Anreicherung und die daraus resultierenden Schädigungen lassen sich unterschiedlich erklären (Stasdeit, 1998; Gruenwedel et al., 1981). ; Betti et al., 1993; Ramel, 1969; Skerfving et al., 1970).

Experimente von Sager et al. (1983) und Vogel et al. (1985) zeigten, dass MeHg direkt mit Mikrotubuli interagieren kann.

In Kooperation mit dem Institut für Umweltanalytik der Universität Essen und dem Kernforschungszentrum Jülich wurde die Aufnahme und intrazelluläre Verteilung von MeHgCl untersucht. Die Aufnahme der Substanz erfolgte nachgewiesenermaßen rasch. Nach 30 Minuten wies man die gleiche Konzentration an MeHgCl nach, wie nach 60 Minuten. In der zytogenetischen Untersuchung an CHO-Zellen zeigten Zellen Chromosomenveränderungen (Aberrationen, Triradiale, Chromatidenbrüche). Eine Konzentrationserhöhung über 1×10-5 M wirkte demzufolge stark zytotoxisch und führte zum Absterben vieler Zellen (Gruenwedel et al. (1981).

Panda et al. (1995) testeten Antioxidantien (Cystein, Glutathion, Vitamin C, Vitamin E, Mannitol, Kaliumiodid, Natriumselenit) auf ihre prophylaktische Wirkung gegen die genotoxische Aktivität von MeHgCl. Die Substanzen wurden gleichzeitig oder vor der genotoxischen Exposition mit 1,26 x 10–6 M MeHgCl verabreicht. In allen Experimenten, bei denen eine Coexposition stattfand, zeigte sich eine signifikante Reduktion der Mikronukleusfrequenz in MeHgCl-behandelten Zellen (Glutathion erwies sich mit 98% Reduktion am effektivsten. Weiter Effekte zeigten: Cystein (95%), Vitamin C (95%), Natriumselenit (93%), Vitamin E (74%), Mannitol (51%) und Kaliumiodid (30%)). Auch zeigte sich bei einer Vorbehandlung mit den Substanzen, eine bemerkenswerte Verminderung der Mikronukleusfrequenz nach Einwirkung von MeHgCl. In diesen Versuchen konnte beobachtet werden, dass Selenit und Substanzen mit Thiolgruppen (Cystein, Glutathion) die Spindelstörungsfrequenz reduziert (Cuvin–Aralar und Furness, 1991; Ganther, 1978; Shinada et al., 1990; Cuvin-Aralar und Furness, 1991).

Glutathion,Vitamin C und E beseitigen Peroxide und haben somit einen schützenden Effekt gegen Genotoxizität. Mannitol und Kaliumiodid sind Radikalfänger, die eine schädliche Wirkung solcher Radikale verhindern können. So erklärt es sich auch, dass Schwermetallgeschädigte nach einer antioxidativen Therapie und ärztlich begleiteter Chelat-Therapie häufig eine Besserung erfahren. Bei MeHg-Vergiftungen werden oftmals Dithiolverbindungen, wie 2,3-Dimercapto-1-propansulfonat und meso-2,3-Dimercaptobernsteinsäure eingesetzt. Bei der Reaktion bindet das MeHg+-Kation an die SH-Gruppen dieser Verbindungen (Strasdeit, 1998).

Toxizität organischer Verbindungen

Wegen der industriellen Verwendung von Bioziden, Katalysatoren und Stabilisatoren für Kunststoffe und Antifäulniszusätzen in Farben (organischer Zinnverbindungen), werden wir Menschen in zunehmendem Maße diesen Substanzen ausgesetzt (Snoeij et al., 1987). Sie reichern sich über die Nahrungskette in unseren Körpern an und rufen toxische Reaktionen hervor (Boyer, 1989; Ganguly et al., 1992; Borenfreund und Babich, 1987; Ganguly, 1994; Kimmel et al., 1977; Wada et al., 1982). ; Penninks und Seinen., 1980). In diesem Zusammenhang vermuteten Cardin und Roy (1985) eine Bindung von Zinn an die RNA oder die freien Nukleoside. Hamasaki et al., 1992; Ghosh und Mitarbeiter wiesen eine dosisabhängige Induktion von Mikrokernen, CA, und SCE und eine verzögerte Wirkung auf den Zellzyklus von menschlichen Lymphozyten nach. (Ghosh et al., 1989a, 1989b, 1990, 1991; Ganguly et al., 1992, Ganguly, 1993). Die Mutagenität dieser Verbindungen wird über eine Hemmung des DNA-Reparatursystems erklärt. In diesem Zusammenhang stünde demnach auch eine eingeschränkte ATP-Bildung, wie sie häufig bei Schadstofferkrankten (Umweltpatienten) nachgewiesen wird. Die Schäden, die durch diese Verbindungen induziert werden, sollen nicht repariert werden können uns könnten persistent sein.

Penninks und Seinen (1980) untersuchten die Wirkung organischer Zinnverbindungen auf den Energiehaushalt von Zellen. Sie konnten bei Ratten einen hohen Verbrauch an Glukose und eine Anreicherung von Pyruvat und Laktat beobachten. Diese Ergebnisse lassen auf eine Hemmung der Pyruvatdehydrogenase schließen. Pyruvat reichert sich im Cytoplasma der Zelle an und wird zu Laktat umgebaut. Die Aktivität des Zitronensäurezyklus (Energiestoffwechsel der Zellen der bei einer Mitochondriopathie gehemmt / gestört ist und auch bei Vergiftungsgeschädigten oftmals ein nachweisbares Problem darstellt) wurde reduziert und daraus resultierte ein ATP-Mangel, der zu einem zunehmenden Verbrauch an Glukose führt. Es konnte abschließend auch die Zytotoxizität von Organozinnverbindungen nachgewiesen werden.

Wenn wundert es, nach all diesen Erkenntnissen von renommierten Experten, dass heute immer mehr Menschen über Multisystemerkrankungen, Allergien, Unverträglichkeiten auf chemische, physikalische und biogene Schadstoffe, Erschöpfungssymptome, Krebs, Stoffwechselstörungen, Diabetes und Antriebsschwäche klagen? Der menschliche Organismus wird heute dauerhaft überfordert und mit unnatürlichen Schadfaktoren konfrontiert. Da die Massenunwissenheit durch eine finanzstarke Lobby gepflegt wird und nur Wenige den Aufwand der Bildung und Klärung betreiben mögen, wird es wohl noch viele Menschen geben, die ungeschützt, unvorbereitet und naiv die Einwirkung auf ihr Erbmaterial in Kauf nehmen.

Befangene oder unaufgeklärte „Experten“ werden wohl auch weiterhin schnell über einen „Burn-Out“, eine Depression, eine psychosomatisch auffällige Überforderung, eine Anpassungsstörung, eine Hypochondrie, eine Psychose, eine eingebildete oder selbsternannte Erkrankung, einen Syndrom, eine psychisch bedingte Sensibilität oder Hypersensibilität unklaren Ursprungs sprechen, schreiben und referieren.

Solange korruptes Verhalten finanziell höher honoriert wird, als eine präventiv ausgerichtete Arbeits- und Lebensmoral, solange dürfen wir wohl alle dem rasanten Anstieg der Umwelterkrankungen / schadstoffbedingten Krankheiten zusehen.

Lesen Sie sich schlau und gesünder und passen Sie auf sich auf!